Johannesbad Fachklinik Fredeburg: TherapieTherapie in der Suchtfachklinik FredeburgDrogen und Alkohol: Suchtbehandlung in der Fachklinik FredeburgAlkohol und Drogen: Therapie in mehreren BausteinenDie Johannesbad Fachklinik Fredeburg mit Schwerpunkt Suchtbehandlung

    Trauma und Sucht

    Da wir dem hohen Anteil von traumatisierten suchtmittelabhängigen Patienten und deren speziellen Bedürfnissen noch professioneller begegnen möchten, wurde das Angebot für diese Patientengruppe vor einigen Jahren erweitert.

    Um die Betroffenen dauerhaft zu entlasten und ihren besonderen Bedürfnissen in der Behandlung entgegen zu kommen, wurde zu den bereits bestehenden Angeboten eine zusätzliche indikative Gruppe "Traumaberatung" eingerichtet. In der Traumaberatung werden Patienten mit unterschiedlichsten Traumata psychoedukativ über Auswirkungen von Traumatisierungen informiert und über Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung aufgeklärt.

    Hierbei zeigen sich die meisten traumatisierten Patienten sehr motiviert, mehr über die Entstehung der sog. posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zu erfahren, um die damit verbundenen Symptome besser einordnen und bewältigen zu können. Durch die Aufklärung über die Auswirkung traumatischer Ereignisse auf die Beziehungsgestaltung können sich betroffene Patienten deutlich entlasten. Sie erlernen in der Gruppe psychoimaginative Verfahren nach L. Reddemann, die sie eigenständig trainieren und gemeinsam mit anderen traumatisierten Patienten unter therapeutischer Anleitung auswerten.

    Zusätzlich bieten wir die Möglichkeit einer traumatherapeutischen Bearbeitung der PTBS nach vorangegangener oder vorausgegangener Stabilisierung.
    Sollte eine ausreichende Stabilisierung während der Behandlung noch nicht gegeben sein, vermitteln wir betroffene Patienten in eine Traumatherapeutische Behandlung.

    Suchtpatienten mit einer Traumafolgestörung unterscheiden sich im Behandlungsbedarf von Suchtpatienten ohne entsprechende Belastung. Untersuchungen bestätigen, dass traumatisierte Menschen häufiger von Suchtmitteln abhängig werden als nicht traumatisierte. Uns ist es in der therapeutischen Behandlung besonders wichtig, gemeinsam mit den Betroffenen herauszufinden, welche spezifische therapeutische Behandlung hilfreich ist, damit die gescheiterten Versuche der Selbstmedikation aufgegeben werden können. Während es z.B. für alkoholabhängige Patienten durch Abstinenz vom Suchtmittel sehr rasch zu einer Verbesserung der physischen und psychischen Befindlichkeit kommt, wird die Abstinenz von traumatisierten Suchtkranken nicht so schnell als Entlastung erlebt, da durch die "fehlende" Selbstmedikation unterdrückte Symptome wie extreme Unruhe, Flashbacks, Alpträume, Ängste, Panikattacken und häufig auch somatische Beschwerden in ausgeprägter Heftigkeit erneut aufflackern.

    Aufklärung bei Somatisierungsstörungen, die im klinischen Alltag recht häufig auftreten, wirkt psychisch entlastend und trägt bei den Patienten zu mehr Verständnis und einer erhöhten Akzeptanz der eigenen (Über-)Empfindlichkeit bei. Alles, was vermehrte Selbstkontrolle unterstützt, wird von den traumatisierten Patienten regelmäßig als hilfreich beschrieben.



    Behandlungsphasen im Überblick

    • Beziehungsaufbau und Diagnostik
    • Traumaberatung und Stabilisierung
    • Nach ausreichender Stabilisierung evtl. Traumatherapeutische Bearbeitung durch EMDR
    • Integration, Abschied und Einbindung in ambulante Nachsorge/Weiterbehandlung


    Nachsorge/Weiterbehandlung

    Einem Behandlungsteam mit ca. 48 Behandlungsplätzen werden schwerpunktmäßig Patienten mit Traumavorgeschichte zugeordnet.

    Anstelle der Gefühle von Macht- und Hilflosigkeit lernen die Patienten durch eigene Anstrengung wieder mehr Kontrolle zu erleben durch die (stabilisierte) Abstinenz, das Verständnis für die bestehenden Symptome der PTBS und das durch Achtsamkeitsübungen wachsende Mitgefühl sowohl für die Sucht als auch die Traumafolgeerkrankung.

    In der Phase, in der sich die Patienten noch auf der Aufnahmestation befinden, gibt es in jeder Schicht Bezugspfleger, die die Patienten bei auftretenden Flashbacks mit Stabilisierungsübungen unterstützen können. Auch die Vernetzung mit verschiedensten Einrichtungen, die traumatisierte Suchtkranke unterstützen und weiterbehandeln, ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.