Aus den für diese Patientinnengruppe spezifischen, die Sucherkrankung mitbestimmenden
Faktoren leiten sich einige besonders bedeutsame Therapieziele ab:
- Ansprechen, Verstehen und Bearbeiten von (sexuellen) Übergriffen und Gewalterfahrungen
- Auseinandersetzung mit gestörtem Essverhalten: Adipositas, Anorexie, Bulimie
- Aufbau/Ausbau von Autonomie in allen Lebensbereichen (Familie, Partnerschaft,
Beruf)
- Auseinandersetzung mit dem Selbstverständnis bzw. der Selbstdefinition als Frau
- Wertschätzung eigener weiblicher Fähigkeiten und Kompetenzen
- Entwicklung von Beziehungsfähigkeit
- Finden einer neuen Sichtweise weiblicher Sexualität als Form, eigene Wünsche und
Bedürfnisse zu entdecken und zu erleben
- Auseinandersetzung mit der eigenen Körperlichkeit
- Entdeckung aggressiver Impulse und Umgang damit, insbesondere mit Gefühlen wie
Wut und Ärger
Besonders die Tabuthemen wie Gewalterfahrung und sexuelle Traumatisierung, Selbstverletzung,
Essstörungen, Erfahrungen von Grenzverletzungen, Rollenverständnis und Geschlechtsrollenidentität
sind eigenständig und im Zusammenhang mit der Abhängigkeitserkrankung Fokus einer
gezielten therapeutischen Bearbeitung.
Ein weiterer spezifischer Schwerpunkt sind häufig auch psychosomatische Störungen.
Im Vordergrund stehen hier Beschwerden, die etwas mit spezifisch weiblichen Körperfunktionen
zu tun haben wie
- Störungen der Menstruation
- Störungen der Orgasmusfähigkeit
- zyklusunabhängige Unterleibsbeschwerden
- Sterilität
- ambivalenter Kinderwunsch
- Fehlgeburten oder
- klimakterische Beschwerden