Das speziell auf Junioren ausgerichtete Konzept der Fachklinik Fredeburg ermöglicht,
die für diese Patientengruppen spezifischen auslösenden oder bedingenden psychosozialen
Faktoren der Suchtmittelabhängigkeit verstärkt zu berücksichtigen.
Als Junioren gelten bei uns
- alkohol- und medikamenten- und drogenabhängige Patienten im Alter von 18 bis
25 Jahren und
- in Einzelfällen bei juniorenspezifischem Störungsbild und Persönlichkeitsstrukturen
bis zu 30 Jahren.
Die typischen Schwierigkeiten und Probleme jüngerer Suchtmittelerkrankter lassen
sich folgendermaßen beschreiben:
- umfassende Abhängigkeits- und Suchtmittelstruktur mit erhöhtem Anteil von zusätzlichem
Gebrauch oder Abhängigkeit von illegalen Drogen, Essstörungen, pathologischem Spielen
und Nikotinabhängigkeit.
- erhöhte Inzidenz von schweren körperlichen und seelischen Gewalterfahrungen und
sexueller Traumatisierung, sowohl bei Frauen wie auch bei Männern.
- Reifungs- und Entwicklungsdefizite mit Beeinträchtigungen in der Ausbildung von
Wertvorstellungen, bei der Ablösung vom Elternhaus, im Umgang mit Autoritäten, in
der Entwicklung von Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz,
Sexualentwicklung sowie erhöhter Neigung zu „sensationseeking-behaviour“ und selbstverletzendem
und suizidalem Verhalten.
- vielfach haben Frühstörungen der Persönlichkeitsentwicklung das Entstehen einer
Abhängigkeitserkrankung gefördert und verstärkt, während der frühe Beginn der Abhängigkeitserkrankung
seinerseits wiederum psychische und soziale Reifungsschritte erschwert und häufig
verunmöglicht hat.
- ein Großteil der Junioren konnte im bisherigen Leben keine stabile Beziehung aufbauen
und leben ohne feste Partnerschaft. Hier wiederholen sich vielfach die Erfahrungen
in der eigenen Familie.
- viele Junioren haben keine vollständige und abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung,
mit einer deutlich erhöhten Erwerbs- und Arbeitslosigkeit und einer mangelnden beruflichen
Integration.
- nur wenige der Junioren verfügen über eine eigene Wohnung und leben noch bei den
Eltern, ohne ausreichende Ablösung vom Elternhaus oder haben sich in Subkultur-Zugehörigkeit
oder frühe Obdachlosigkeit begeben. Auch lange Heimerfahrung ist keine Seltenheit.
- Straffälligkeit, häufig im Zusammenhang von Verurteilungen für die Folgen aggressiver
Handlungen.
- Verschuldung durch pathologisches Spiel- oder exzessives Konsumverhalten bei geringem
Einkommen oder Bezug von Sozialhilfe.
Die Therapie ist darauf ausgerichtet, den Patienten mit seinen persönlichen Defiziten
und Problemen aber auch mit den Stärken und Fähigkeiten vertraut werden zu lassen,
einen Rahmen zu bieten und Möglichkeiten bereitzustellen, notwendige Entwicklungen
zu beginnen.