Behandlungskonzept
Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Behandlung von Suchterkrankungen
und die Erfahrungen der letzten Jahre weisen darauf hin, dass eine Gruppe Alkohol-
und/oder Medikamentenabhängiger, für die eine ambulante Rehabilitation keinen ausreichenden
Erfolg verspricht, von einer kurzen stationären Behandlung profitieren kann.
Voraussetzung
Voraussetzung für eine kurze stationäre Behandlung ist in der Regel die Möglichkeit
der Fortsetzung der Rehabilitation im ambulanten Setting oder in Form einer intensiven
Nachsorge.
Indikationen
Die in diesem Konzept beschriebene Kurzzeittherapie im Rahmen medizinischer Rehabilitation
zielt auf alkohol- und/oder medikamentenabhängige Frauen und Männer ab.
Die Kurzzeittherapie eignet sich besonders für Patienten, bei denen die Suchtentwicklung
noch nicht zu gravierenden Folgeschäden im psychischen, körperlichen und sozialen
Bereich geführt hat. Sie benötigen voraussichtlich keine längere stationäre Behandlung.
In Frage kommen auch Patienten, die aus beruflichen oder sozialen Gründen nicht
längere Zeit abwesend sein können. Patienten, die bereits eine oder mehrere Langzeittherapien
absolvierten, kommen dann für eine Kombinationstherapie in Frage, wenn sich ihre
Situation krisenhaft zuspitzt (drohender oder erfolgter Rückfall) und diese im ambulanten
Setting nicht zu bewältigen ist.
Kontraindikationen
Die Behandlung von Patienten, die von illegalen Drogen abhängig sind, ist nicht
vorgesehen.
Behandlungsdauer
Die Behandlungsdauer wird nach indikativen Kriterien mit dem Patienten, dem ambulant
Behandelnden und dem Leistungsträger abgestimmt. Sie kann sechs, acht, zehn oder
zwölf Wochen dauern.
Kombinationstherapie
Bewährt haben sich kurze stationäre Therapiemodule, insbesondere im Rahmen von Kombinationstherapie
im Behandlungsverbund. Die Fachklinik Fredeburg arbeitet mit verschiedenen ambulanten
Anbietern der Suchtkrankenhilfe in Behandlungsverbünden eng zusammen. Insbesondere
die Abstimmung der einzelnen Therapiemodule, die Fokussierung der Schnittstellenproblematik,
gemeinsame Fallbesprechungen dienen der Intensivierung und Verbesserung der Therapie.
Weiter Kooperationen werden angestrebt.