Eine konstruktive Veränderung von sozialen Beziehungen, insbesondere die
Klärung der familiären Situation, schafft neben der Verbesserung der Arbeitssituation
positive prognostische Bedingungen für die Abstinenz.
Neben Einzelkontakten mit Angehörigen findet deshalb für jeden Patienten mindestens
ein dreitägiges Angehörigenseminar statt, das im wesentlichen dazu dient,
das aktuelle Kommunikations- und Beziehungsgefüge zwischen Angehörigen und Patienten
zu thematisieren. Beide Seminarangebote können auch in der Woche ablaufen und gestatten
es dem Angehörigen, am Gesamttherapieprogramm teilzunehmen.
Thematisiert und bearbeitet werden unter anderem
- Verbitterung
- Angst vor Rückfällen und
- Misstrauen gegenüber dem Abhängigen auf Seiten des Angehörigen
- Schuldgefühle oder
- übersteigerte Wiedergutmachungstendenzen auf Seiten des Patienten
Die Familien- und Partnerseminare sind oft in der Kürze der zur Verfügung stehenden
Zeit als ein diagnostisches Instrument zu betrachten, mit dem die spezifischen
Probleme im Familienverband aufgedeckt werden können. Oft muss im Sinne einer
weiteren Hilfestellung in enger Zusammenarbeit mit den ambulanten Beratungs- und
Behandlungsstellen, Partnern und Familien eine weitere Familientherapie vor Ort
empfohlen werden. Hier ist dann gerade die enge Kooperation mit ambulanten Suchtberatungsstellen,
Partner- und Familienberatungsstellen und anderen Institutionen notwendig und sinnvoll.